Bei der aerodynamischen Entwicklung eines Fahrzeugs ist zu beachten, dass die Strömungssituation um ein Fahrzeug aufgrund so genannter Blockierungseffekte in keinem Windkanal exakt der Strömungssituation auf der Straße entspricht und dadurch die Messergebnisse fehlerbehaftet sind. Diese Blockierungseffekte sind auf verschiedene Randbedingungen im Windkanal zurückzuführen wobei dabei zwischen unterschiedlichen Messstreckenformen differenziert werden muss. In geschlossenen Messstrecken werden in der Regel zu große Kräfte gemessen, in offenen Messstrecken zu kleine.
Bereits seit etwa 1920 gibt es Forschungsaktivitäten, um diese Blockierungseffekte besser zu verstehen und mathematische Korrekturmethoden zu entwickeln. Durch ein besseres Verständnis dieser Effekte wäre es zum einen möglich, sie beim Neubau von Windkanälen zu vermeiden. Zum anderen könnte mit einer allgemeinen mathematischen Korrekturmethode eine bessere Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Kanälen erreicht werden. Des Weiteren könnten beim Bau eines Windkanals Blockierungseffekte in Kauf genommen werden, um Baukosten zu senken. Messfehler könnten dann mathematisch korrigiert werden.
Für Windkanäle mit geschlossener Messstrecke gibt es bereits seit einiger Zeit anerkannte Korrekturmethoden, die in vielen Kanälen standardmäßig eingesetzt werden. Die Entwicklung von Korrekturmethoden für Windkanäle mit offener Messtrecke hat sich dagegen als ungleich schwieriger herausgestellt. Die Entwicklung derartiger Methoden ist Teil der laufenden Forschungsthemen am FKFS.