Fahrzeugakustik-Prüfstand

Fahrzeugakustik-Prüfstände werden normalerweise als Trommelprüfstände mit reflexionsarmer Auskleidung an Wänden und Decke ausgeführt. Diese Bauweise hat einen großen Nachteil: der Lärm, der von den Reifen produziert wird, die auf den Stahltrommeln rollen, stört die im allgemeinen in diesen Prüfständen durchgeführten Antriebsgeräusch-Messungen. Daher müssen hier häufig Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Geräuschanteil zu reduzieren.


Diese Probleme treten nicht auf, wenn das Drehmoment an den Antriebsachsen über eine Verbindungswelle direkt auf eine Leistungsbremse übertragen wird. Um dieses zu ermöglichen, muss das Differential blockiert und die zweite Antriebswelle ausgebaut werden. Außerdem muss die Felge am Antriebsrad in der Mitte ausgeschnitten werden, um eine Verbindung der Verbindungswelle mit der Antriebswelle des Fahrzeuges zu ermöglichen. Weiterhin muss die veränderte Felge durch eine Halterung (z.B. über die Bremsenbefestigung) wieder mit dem Radträger verbunden werden.

 

Über die Steuerung der Leistungsbremse und die Fahrpedalstellung des Versuchsfahrzeugs kann jeder beliebige Betriebspunkt des Fahrzeugmotors eingestellt werden. Auf diese Weise können bestimmte Geräuschphänomene auf dem Prüfstand gezielter angefahren werden, als auf der Straße. Der Prüfstand eignet sich sowohl für Innen- als auch für Außengeräuschmessungen. Außerdem können Antriebsstrangschwingungen untersucht werden.

 

Für spezielle Fragestellungen kann es vorteilhaft sein, wenn der Motor von der Karosserie getrennt und am Prüfstandsboden abgestützt wird. Dies erlaubt, den Körperschall- und den Luftschallanteil im Innengeräusch zu trennen. Ergebnisse zeigen hier z.B., dass der Körperschallanteil nicht unterschätzt werden sollte.

 

Der Prüfstand ist für Personenwagen und leichte Lastwagen geeignet.