19.10.2011 11:09 Alter: 6 yrs

Verkehrsminister Winfried Hermann besucht Universität Stuttgart

Vernetzte Forschung zur Nachhaltigen Mobilität

Verkehrsminister Winfried Hermann beim Besuch der Universität Stuttgart

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 besuchte der baden-württembergische Minister für Verkehr und Infrastruktur Winfried Hermann die Universität Stuttgart, um sich dort einen Überblick über neue Forschungsansätze zum Thema „Nachhaltige Mobilität“ zu verschaffen. Bei einem Rundgang durch das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart FKFS im Universitätscampus Vaihingen und einem anschließenden Informationsgespräch informierten Vertreter/Professoren verschiedener Fakultäten den Minister darüber, wie interdisziplinär und vernetzt das Thema umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität an der Universität Stuttgart in Forschung und Lehre behandelt wird.

 

Nachhaltige Mobilität sei mehr als das Bauen von Elektroautos, betonte Minister Hermann. „Wir haben viele hochspezialisierte Bereiche der Spitzenforschung im Land – es kommt nun darauf an Technik, Naturwissenschaft und Gesellschaft miteinander zu vernetzen. Eine andere Politik muss auch gut wissenschaftlich abgestützt sein.“ Darüber hinaus sprach er sich für einen Lehrstuhl „Nachhaltige Mobilität“ in Baden-Württemberg aus. „Im Land gibt es sehr viele Firmen, die von der Mobilität leben – mit denen zusammen müsste man so einen Lehrstuhl einrichten können.“

 

„Das Interesse von Minister Hermann an den vielfältigen Forschungsansätzen zum Thema Nachhaltige Mobilität an der Universität Stuttgart freut uns sehr“, so der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel. „Unsere Forschungsbeiträge auf diesem Feld reichen von der konventionellen Fahrzeugtechnik sowie Elektro- und Hybridantrieben über die Verkehrsplanung und Fragen des Mobilitätsverhaltens bis zu Reduzierung von Emissionen und anderen Umweltfragen.“


Zum Auftakt seines Besuchs nahm der Minister zwei studentische Projekte in Augenschein. Gezeigt wurde das am Institut für elektrische Energiewandlung von Studenten entwickelte sogenannte StudKart, ein auf Elektroantrieb umgerüsteten Go-kart, in dem neueste technologische Entwicklungen integriert sind. Präsentiert hat sich auch das 2010 gegründete studentische Greenteam, das mit seinem Elektro- Rennwagen beim Formula Student Electric Wettbewerb in Italien auch schon sehr erfolgreich unterwegs war.


Exemplarisch für die vielfältigen Forschungsaktivitäten des FKFS im Bereich Elektromobilität wurden dem Minister beim weiteren Rundgang ein Erdgas-Hybridprototyp und ein Tesla vorgestellt. Der Erdgas-Hybrid wurde mit der Zielsetzung entwickelt, durch Motoroptimierung, Hybridisierung und vorausschauende Betriebsstrategien eine CO2-Emission von weniger als 90gramm/Kilometer zu erreichen. Der Tesla ist Bestandteil der Elektrofahrzeugflotte des Instituts, durch die mittels Probandenversuche reale Anforderungsprofile an Elektrofahrzeuge erstellt werden.


Der weitere Rundgang führte den Minister durch das Motorenprüffeld, in dem neben der Motorakustik und konventionellen Antrieben auch Ergas-, Wasserstoff- sowie Hybrid- und Elektroantriebe getestet werden können. Weitere Stationen waren der Stuttgarter Fahrsimulator, der zurzeit gemeinsam von FKFS und der Universität als der europaweit größte bewegte Fahrsimulator erstellt wird und dessen Inbetriebnahme 2012 bevor steht sowie der große Fahrzeugwindkanal des Instituts, in dem insbesondere aeroakustische und aerodynamische Untersuchungen durchgeführt werden.

Im anschließenden Gespräch informierte sich der Minister über weitere mobilitätsbezogene Forschungsfelder an der Universität Stuttgart. Zur Sprache kamen Fragen des Mobilitätsverhaltens der Menschen in Abhängigkeit von Aktivitäten, Zielorten, gewählten Verkehrsmitteln, Abfahrtszeit en und Routen sowie Fragen der Verkehrsplanung und Verkehrstechnik im öffentlichen Verkehrsnetz wie im Straßenverkehr. Vorgestellt wurde auch der „Forschungsschwerpunkt Verkehr Universität Stuttgart“ (FOVUS), an dem elf Institute aus sechs Fakultäten beteiligt sind und der eine strukturelle Plattform für die ganzheitliche und interdisziplinäre Erforschung mobilitätsbezogener Fragestellungen bietet.

 


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