31.03.2014 16:00 Alter: 4 yrs

Kalifornischer Energiekommissar Robert B. Weisenmiller besucht das FKFS

Stärken bei Energieforschung und Elektromobilität im Blick

Quelle: Universität Stuttgart/U. Regenscheit

Im Rahmen eines Besuchs der Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg war am 31. März 2014 der Chairman der California Energy Commission, Robert B. Weisenmiller, an der Universität Stuttgart zu Gast. Weisenmiller, dessen Position innerhalb des US-Staates der eines Energieministers entspricht, besichtigte gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer den Stuttgarter Fahrsimulator, die Forschungstankstelle für die Elektromobilität, ein Gas-Hybrid-Fahrzeug sowie den Fahrzeug-Windkanal. Auch eine Stippvisite beim studentischen „Green-Team“ mit seinen Elektro-Rennwagen sowie bei den Studierenden der zeitgleich stattfindenden Drive-E-Akademie stand auf dem Programm. Das Augenmerk des Besuches galt den Stärken Baden-Württembergs in Wissenschaft und Wirtschaft auf den Gebieten der Energiewende und Elektromobilität sowie der Identifizierung von Kooperationsmöglichkeiten.

 

„Globale Herausforderungen wie der Klimaschutz lassen sich nur durch internationale Zusammenarbeit bewältigen“, betonte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in einem Grußwort an die Studierenden. Der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel, begrüßte Commissioner Weisenmiller als einen Experten der kalifornischen Umwelt- und Energiepolitik, die entgegen tradierter Zerrbilder für ein modernes und aktives Energiewesen steht und dabei auf verlässliche, bezahlbare, diversifizierte und umweltfreundliche Energien setzt. „Dass Weisenmiller sich hierbei von der innovativen und nachhaltigen Forschung der Universität Stuttgart auf den Gebieten der Erneuerbaren Energien und der Mobilität der Zukunft Impulse geben lässt, freut uns ganz besonders“, betonte Ressel. Public Private Partnerships zwischen Wissenschaft und Wirtschaft seien dabei diesseits wie jenseits des Atlantiks ein fruchtbringender Weg, um neue Ansätze in der Energie- und Mobilitätsforschung zügig weiterzuentwickeln und für die Gesellschaft nutzbar zu machen.

 

Beim Thema Elektromobilität setzen das Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen (IVK) der Universität Stuttgart und das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) auf einen ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz in den Bereichen der Informations-, Energie- und Fahrzeugtechnik. Modernste Prüfstände, darunter mehrere Windkanäle und ein großer Fahrsimulator, ein umfangreicher Probandenpool sowie modernste (Forschungs-)Lade-Infrastruktur, ergänzt durch eine messtechnisch optimal ausgestattete Elektrofahrzeugflotte, ermöglichen automobile Forschung auf höchstem Niveau.

 

Der Stuttgarter Fahrsimulator, die größte und leistungsfähigste Anlage dieser Art an einer europäischen Forschungseinrichtung, wird insbesondere auch für Forschungsvorhaben zur Elektromobilität eingesetzt, beispielsweise für die  Entwicklung von Assistenzsystemen speziell für Elektrofahrzeuge, wie etwa Reichweiten-Assistenz und –Optimierung. Ziel ist die Erforschung und Entwicklung neuer Fahrerassistenzsysteme im Kraftfahrzeug mit den Schwerpunkten Energieeffizienz und Sicherheit von Elektro- und Hybridfahrzeugen.

 

Ebenfalls besichtigt wurden die Elektrotankstelle und das Projekt BiPolplus, bei dem es um bidirektionales, induktives, positionstolerantes Laden von E-Fahrzeugen geht. In diesem vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen der Spitzenclusterinitiative zwischen Industrie und Forschungseinrichtungen geförderten Kooperationsprojekt wird ein Konzept für das induktive Laden von batterieelektrischen Fahrzeugen erforscht und entwickelt. Dieses Konzept befasst sich mit Fragen der Netzinfrastruktur, der kontaktlosen Energieübertragung, der notwendigen Datenkommunikation sowie der Platzierung von Ladekomponenten im Fahrzeug.

 

Der große Fahrzeugwindkanal war die letzte Station der Besichtigung. Der Aeroakustik-Fahrzeugwindkanal des FKFS, der im Moment umfassend modernisiert wird, ist einer der modernsten seiner Art in Europa für aerodynamische Untersuchungen von Pkws und Vans. Die Optimierung der Aerodynamik, also die Reduzierung der Fahrwiderstände, ist wesentlich für die Steigerung der Energieeffizienz und damit essentiell für das Reichweitenmanagement von Elektrofahrzeugen. So können durch aerodynamische Maßnahmen Batteriegröße und –kosten eines E-Fahrzeugs bei gleicher Reichweite deutlich reduziert werden.


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