Technologieoffen in die Transformation: Wandel der Automobilindustrie wird von schnellen Innovationszyklen getrieben

Stuttgart, 22.03.2019. Das Internationale Stuttgarter Symposium erweist sich immer stärker als wichtiges Forum für den Austausch von Technologietrends sowie die Diskussion von gesellschaftlichen wie auch politischen Herausforderungen für die Automobilindustrie. Zur vorgestern abgeschlossenen 19. Ausgabe des Symposiums waren über 800 Branchenexperten angereist, für die das Programm mehr als 100 Vorträge bereitstellte. Motto des internationalen Branchenkongresses war diesmal die „Transformation der Automobilindustrie“. Eine Erkenntnis aus den Keynotes und Diskussionsrunden: Der erforderliche Wandel der Automobilindustrie durch Digitalisierung und E-Mobilität macht die Innovationszyklen schneller. Sehr herausfordernd aus Unternehmenssicht ist, dass auf noch unbestimmte Zeit alle möglichen Antriebstechnologien parallel entwickelt werden müssen und sich auch ein technologischer Königsweg in Richtung autonomes Fahren noch nicht abzeichnet. Die sich daraus zwingend ergebende Technologieoffenheit birgt zwar Investitionsrisiken, bleibt jedoch Trumpf, wenn Mobilität möglichst ökologisch und ökonomisch leistbar ausgerichtet und für die gesamte Gesellschaft verfügbar sein soll.

„Wir müssen eine Brücke bauen in die Mobilität der Zukunft und wir müssen dies gemeinsam tun – Wirtschaft, Gesellschaft und Politik“, so das Fazit von Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg zum Abschluss des 19. Internationalen Stuttgarter Symposiums. Die Ministerin sieht den Stuttgarter Branchenkongress als „eine wichtige Plattform für einen Austausch auf höchstem Niveau“. 

 

„Technologieoffenheit ist ein wesentliches Merkmal der aktuellen Veränderungen“, so auch das Fazit von Prof. Dr. Hans-Christian Reuss, Vorsitzender des Vorstandes des FKFS, welches das Symposium ausrichtet. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Veranstaltung dadurch weiter aufgewertet wird, weil sie ein Forum für den immer wertvoller werdenden Erfahrungs- und Know-how-Austausch der Branchenexperten untereinander aber auch mit der Politik bietet.“ 

 

Podiumsdiskussion – kontrovers und lebendig

Dass dieser Austausch auch lebendig, kontrovers und unterhaltsam zugespitzt ausfallen kann, zeigte die Podiumsdiskussion am zweiten Veranstaltungstag, an der sich neben Hoffmeister-Kraut auch Prof. Dr. Günther Schuh (e.GO Mobile AG), Christian Stürmer (PWC), Gerald Killmann (Toyota Motor Europe) und Dr. Mathias Pillin (Robert Bosch GmbH) beteiligten. Die Diskussion machte deutlich, dass Transformation mehr ist als eine Technologie-Substitution. Die aktuelle Transformation, wie sie die Automobilbranche im Wettbewerb mit Technologiekonzernen um das „digitale Automobil“ erlebt, stellt Geschäftsmodelle und grundlegende Prozesse der Wertschöpfung in Frage – und beschleunigt sämtliche Innovationszyklen. Sehr bemerkenswert war, dass sowohl Wolf-Henning Scheider (ZF Friedrichshafen AG) in seiner Plenarrede am Dienstag, als auch Schuh in der abschließenden Podiumsdiskussion den Plug-in-Hybrid als idealen Antrieb für Fahrten außerhalb der Städte sehen, da er die Vorteile des Verbrennungsmotors und des E-Antriebs optimal kombiniert. Beim Technologietrend autonomes Fahren setzte Scheider stark auf die Automatisierung und Vernetzung im Rahmen neuer Mobilitätskonzepte wie des Ride-Sharings, Schuh sieht ebenfalls im Ride-Sharing einen wichtigen Bestandteil der zukünftigen urbanen Mobilität. Insgesamt fehlt aber ein verbindliches und umfassendes Transformationsleitbild, so der Konsens der Diskutanten: Der Transformationsprozess ist nicht nur eine sehr große technische Herausforderung, bei der ökologische und ökonomische Randbedingungen einzuhalten sind, sondern wirft immer mehr die Frage auf, wie es gelingen kann, nachhaltige Individualmobilität für alle Gesellschaftsschichten dauerhaft sicherzustellen. 

 

Technologieoffenheit begleiten

Die Notwendigkeit der Technologieoffenheit zeigte auch der Zuschnitt des zweitägigen Symposiums mit insgesamt 36 technischen Sitzungen, in denen je drei bis vier Vorträge gehalten wurden: Eine Vielzahl von Sitzungen beschäftigte sich hauptsächlich mit elektrischen, elektrifizierten oder rein verbrennungsmotorischen Antriebssträngen, wobei auch Brennstoffzellenantriebe und alternative Kraftstoffe diskutiert wurden. Mehrere Sessions hatten das Thema Assistenzsysteme und autonomes Fahren als Hauptgegenstand, in ebenso vielen Sitzungen diskutierten die Teilnehmer neue Ansätze wie Systemarchitekturen, neue Fahrzeugkonzepte und Business-Modelle. Doch auch enorm wichtige Fahrzeugentwicklungsthemen wie Leichtbau und Aerodynamik wurden vor dem Hintergrund hoher Anforderungen an die weitere Reduzierung der Fahrwiderstände bei weiterhin höchsten Sicherheitsstandards diskutiert.

„Dieses auf Breite, Vielseitigkeit und Aktualität angelegte Konzept, das auch insgesamt vier Keynotes von hochrangigen Managern der Automobilindustrie und eine abschließende Podiumsdiskussion beinhaltet, gehört zum Erfolgsrezept des Stuttgarter Symposiums, und das wollen wir auch in der Zukunft beibehalten“, so Prof. Dr. Michael Bargende, Mitglied des Vorstandes des FKFS und einer der Initiatoren der Veranstaltung. Der „Call for Papers“ für die 20. Ausgabe des Symposiums im Jahr 2020 wird in wenigen Wochen an die Experten versandt.

 

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