Wie hat sich die Fahrsimulation entwickelt und welche Herausforderungen prägen ihre Weiterentwicklung heute? In der aktuellen Ausgabe von Insight FKFS werfen wir gemeinsam mit Marco Schlüter aus der Abteilung „Automotive Mechatronics 1 - Software“ einen Blick in die Welt der Fahrsimulation. Im Interview spricht er über seinen beruflichen Werdegang, aktuelle Projekte und die wachsende Relevanz der Simulation für die Entwicklung des automatisierten Fahrens.
Lesen Sie hier das vollständige Interview:
Marco, was sind deine Aufgaben bei FKFS?
Meine Arbeit ist sehr vielfältig. Eine meiner Hauptaufgaben ist die Bewegungssteuerung (Motion Cueing), also die Software, die bestimmt, wie sich der Fahrsimulator bewegt. Außerdem berate ich Kunden und unterstütze die Weiterentwicklung von Fahrsimulatoren. Manchmal arbeite ich an Berichten und Simulationen, ein anderes Mal tausche ich ein Mock-up aus. Derzeit leite ich ein Forschungsprojekt zum Mischverkehr mit autonomen und konventionellen Fahrzeugen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Akzeptanz und der wahrgenommenen Sicherheit. Ein besonderer Fokus gilt dabei den menschlichen Faktoren und der Benutzererfahrung.
Inwiefern profitieren Kunden von deiner Arbeit?
Ein gut abgestimmter Fahrsimulator ermöglicht präzise Tests und aussagekräftige Ergebnisse. Außerdem unterstütze ich Kunden bei einer Vielzahl technischer Herausforderungen: Von Software und Mechanik über die Planung bis hin zur Entwicklung ihrer eigenen Fahrsimulatoren. Dazu gehören auch Aspekte wie Akustik und Gebäudegestaltung.
Für mich ist FKFS …
… eine Spielwiese für technische Ideen! Dank der großen Bandbreite an Prüfständen, Arbeitsmitteln und technischem Know-how können hier fast alle Ideen rund um Fahrzeuge in die Tat umgesetzt werden. Besonders gefällt mir die Zusammenarbeit mit hilfsbereiten Kollegen, die ihr Wissen und ihre Fachkenntnisse gerne weitergeben.
Dass man all das in einem relativ kleinen Team erleben kann, macht FKFS zu etwas ganz Besonderem.
Seit wann bist du am FKFS tätig und wie hat sich deine Rolle hier entwickelt?
Ich arbeite seit 13 Jahren in Vollzeit am FKFS. Anfangs war ich im Bereich der Objektivierung des subjektiven Fahrverhaltens tätig, hauptsächlich in Testanlagen. Vor fünf Jahren habe ich mich mehr in Richtung Fahrsimulation und Bewegungssteuerung weiterentwickelt.
Heutzutage ist meine Arbeit deutlich digitaler geworden. Wir nutzen die Möglichkeiten und Vorteile von Fahrsimulationen vollumfänglich. So lassen sich beispielsweise in virtuellen Straßenstrecken viel mehr Szenarien einbauen.
Welche Themen beschäftigen dich derzeit im Bereich Simulation und autonomes Fahren?
Viele unserer aktuellen Projekte befassen sich mit automatisiertem Fahren und der Interaktion zwischen Menschen und automatisierten Fahrzeugen, von Level 2 bis Level 4. Ziel ist es, die Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge zu steigern, indem wir das Sicherheitsgefühl, den Komfort und das gesamte Nutzererlebnis der Fahrgäste verbessern.
Ein weiterer faszinierender Aspekt ist die menschliche Wahrnehmung: So leiden Menschen als Fahrgäste beispielsweise häufiger unter Reisekrankheit als beim selbstständigen Fahren. Der Fahrsimulator ermöglicht es uns, diese Effekte unter kontrollierten und realistischen Bedingungen zu untersuchen, beispielsweise in Bezug auf Komfort, Akzeptanz und gefühlte Sicherheit.
Was den Fahrsimulator im Allgemeinen betrifft, so setzen wir Fahrsimulationen nicht nur für Personenkraftwagen, sondern zunehmend auch für Nutzfahrzeuge und Lkws ein. Die Möglichkeiten der Simulation reichen sogar noch weiter, grundsätzlich lässt sich in einem Fahrsimulator wie dem unseren eine Vielzahl von Fahrzeugen und Mobilitätskonzepten untersuchen.
Vielen Dank, Marco, für diesen tollen Einblick in deine Arbeit!